26. Heilpädagogischer Kongress in Kooperation mit dem Verein Libelle – Therapie- und Beratungszentrum für Autismus-Spektrum-Störungen

Leben im Autismus Spektrum – ASS über die Lebensspanne

FREITAG, 12.06.2026

Ab 13:00 Registrierung

14:00 Eröffnung & Begrüßung

14:30 – 15:30 Vortrag 1:

Sven Bölte: „Zwischen Diagnose und Vielfalt: Autismus im Spiegel der Zeit“
Inhaltliche Beschreibung: Der Vortrag gibt einen aktuellen Überblick über klinische und gesellschaftliche Entwicklungen in Bereich Autismus – von Neurodiversität bis Prävalenzanstieg. Beleuchtet werden diagnostische Veränderungen, Herausforderungen in der Differentialdiagnostik sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Dabei werden praxisrelevante Implikationen und zukünftige Perspektiven für die Diagnostik und Förderung von autistischen Menschen aufgezeigt.
15:30 – 16:30 Vortrag 2:
Anabel Cornago: „Die ersten drei Lebensjahre: Emotionale Welt und soziale Entwicklung autistischer Kleinkinder“

Inhaltliche Beschreibung: Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die emotionale und soziale Welt autistischer Kleinkinder in den ersten drei Lebensjahren. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele werden frühe Entwicklungsmerkmale, individuelle Unterschiede und unterstützende Begleitstrategien aufgezeigt. Im Mittelpunkt steht, wie wir frühe Signale verstehen und Entwicklungsprozesse liebevoll und gezielt fördern können – mit Blick auf eine achtsame, positive und alltagsnahe Begleitung

16:30 – 17:00 Pause

17:00 – 18:00 Vortrag 3:

Clara Törnvall: “Finding My Way: Growing into Adulthood on the Autism Spectrum”

explores my personal and professional journey toward understanding myself as an autistic adult. I describe the challenges and insights that shaped my identity, as well as the strengths that autism has brought to my life and work. The lecture also highlights the broader experiences of autistic people, and why improved visibility and understanding are so urgently needed.

18:00 –18:30: Verleihung des Preises der Heilpädagogischen Gesellschaft 2026 

18:30 – 20:00 Get Together: Netzwerken, austauschen und den Tag gemeinsam entspannt ausklingen lassen

SAMSTAG, 13.06.2025

09:00 – 10:30 Vortag 4:

Tony Attwood: “Living in the Spectrum – A Lifespan Overview“

(inhaltliche Ausschreibung folgt demnächst) – Englische Vorträge werden mit schriftlicher Übersetzung angeboten

10:30 – 11:00 Pause

11:15 – 12:45 WORKSHOPS (Online & vor Ort)

12:45 – 14:00 Mittagspause

14:00 – 15:00 Vortrag 5:

Klaus Kokemoor: „Blackbox Medienkonsum: Die Kraft, der äußeren Bilder – Auswirkung der neuen Medien auf das Spielverhalten von Kindern“

Inhaltliche Beschreibung: Der Umgang mit Medien bestimmt zunehmend den Alltag von Erwachsenen und Kindern. Dabei wird deutlich, dass die Bilder der Medien die Aufmerksamkeit vieler Kinder binden und sich auf das Spielverhalten und die Kommunikation einzelner Kinder auswirken. So greifen diese Kinder in Rollenspielen immer häufiger auf äußere Bilder aus Filmen und Videospielen zurück, die ihre inneren Bilder, die der Selbstregulation dienen, überlagern. Der Vortrag zeigt auf, welche Möglichkeiten wir haben, auf diese Entwicklung kreativ zu reagieren.

15:00 – 15:15 schnelle Kaffeepause

15:15 – 16:00 Vortrag 6:

Kathrin Hippler: „Meine Entdeckungsreise durch das Autismus-Spektrum: Stärkende Selbsterfahrung für Menschen ab 8“

Inhaltliche Beschreibung: Hallo, ich bin Aye-Aye*, das kleine Fingertier aus Madagaskar! Möchtest du wissen, was mich zum absoluten Spezialisten des Regenwalds macht, wie ich mich von den Wölfen unterscheide und was das alles mit kleinen und großen Menschen im Autismus-Spektrum zu tun hat? Ja? Dann freue ich mich auf dich beim Entdeckungsreise-Vortrag!

Ach ja, nebenbei können Interessierte auch einiges erfahren zum Thema Psychoedukation und
Selbsterfahrung für autistische Klient*innen, die Sprache verstehen können. Zum Beispiel, wie man Kinder und Jugendliche dabei unterstützen kann, ihre Besonderheiten im Wahrnehmen und die damit verbundenen Stärken, Herausforderungen und Strategien zu identifizieren. Oder wie man beim sogenannten „Auting“ helfen kann.

*Achtung Spoiler-Alert: Natürlich kann ein Aye-Aye gar nicht in echt sprechen! In diesem Vortrag
aber schon. Vergleiche helfen oft, komplizierte Dinge besser zu verstehen. Und das können
Autist*innen und Neurotypische manchmal ganz gut gebrauchen.

16:00 – 16:45 Vortrag 7:

Elvira Muchitsch & Katharina Pachernegg: Lebensbegleitung von Menschen im Autismus-Spektrum
Inhaltliche Beschreibung: Die Involvierungstherapie und Multifunktionelle Förderung und Fördertherapie nach Muchitsch bildet seit mehr als 50 Jahren einen Rahmen für die professionelle Lebensbegleitung von Menschen im Autismus-Spektrum. Der zentrale Aspekt der Begleitung durch alle Altersgruppen hinweg zeigt klar, wie langfristig wirksame und ganzheitlich sinnvolle autismusspezifische Interventionen gesetzt werden können. Anhand konkreter Lebensverläufe wird dieser pädagogisch-therapeutische Ansatz exemplarisch dargestellt. Anschließend Verabschiedung & Ausblick

WORKSHOPS vor ORT

Workshop 1 (hybrid):

Klaus Kokemoor: „Entwicklungsbegleitung autistischer Kinder in Krippe und Kindergarten“
Inhaltliche Beschreibung: Es handelt sich hierbei um einen Ansatz, der eine echte Begegnung mit dem autistischen Kind ermöglicht und ihm so Entwicklungschancen zur Verfügung stellt, die es sonst in dieser besonderen Qualität nicht erreichen. Der Workshop zeigt anhand von Videobeispielen aus dem pädagogischen Alltag anschaulich und strukturiert, was unter Entwicklungsbegleitung zu verstehen ist. Er zeigt eine Einladung an das autistische Kind, die es ihm ermöglicht, wesentliche Bausteine der kindlichen Entwicklung nachreifen zu lassen und dem Kind so die Chance gibt, sich von Symptomen und Stereotypien zu lösen. Der Workshop richtet sich im Schwerpunkt an pädagogische Fachkräfte aus dem Elementarbereich und Eltern sowie Bezugspersonen deren Kinder in der Krippe oder im Kindergarten sind.

Workshop 2:

Anabel Cornago: „Mit Spielen wachsen: Kommunikation, Flexibilität und Selbstregulation fördern“
Inhaltliche Beschreibung: In diesem praxisorientierten Workshop werden zahlreiche Spielideen vorgestellt, die Kommunikation, Flexibilität und Selbstregulation autistischer Kinder fördern. Die Teilnehmenden erhalten konkrete Anregungen, Materialien und Methoden, die sich direkt im pädagogischen oder therapeutischen Alltag umsetzen lassen. Ziel ist es, soziale Interaktion, emotionale Entwicklung und Freude am gemeinsamen Spiel zu stärken – mit einem liebevollen Blick auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes.

Workshop 3:

Sonja Gobara: „Wir erleben anders: Autismus-Spektrum-Störung versus digitale Mediennutzungsstörung im Kleinkindalter – Gemeinsamkeiten und Unterschiede“
Inhaltliche Beschreibung: Nur bei etwa der Hälfte der Kinder, bei denen ein Verdacht auf Autismus besteht, kann nach umfassender Abklärung durch ein multiprofessionelles Team die Diagnose einer angeborenen tiefgreifenden Entwicklungsstörung bestätigt werden. Es gibt viele Ursachen dafür, dass sich ein Kind „autistisch“ verhält, weshalb eine sorgfältige, interdisziplinäre Diagnostik erforderlich ist.In den letzten Jahren bereiten zunehmend die Auswirkungen des frühkindlichen Medienkonsums Sorgen. Wie lassen sich die Folgen von Medienkonsum von autistischen Symptomen unterscheiden? Diese Frage stellt eine Herausforderung für alle Fachpersonen dar und wird in diesem Workshop näher beleuchtet.

Workshop 4:

Kathrin Hippler: „Meine Gebrauchsanweisung für mich selbst: Emotionale Ressourcen stärken und Selbstwert fördern.“
Inhaltliche Beschreibung: Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Autismus-Spektrum erzählen häufig, dass sie erst spät oder gar nicht erkennen, was sie spüren – sei es körperlich oder emotional. Diese Schwierigkeiten in der sogenannten Interozeption und ein hohes Level an „Masking“ können die Selbstfürsorge erschweren.  In diesem Workshop beschäftigen wir uns damit, wie wir kleine und große Menschen im Autismus-Spektrum unterstützen können, Situationen clever einzuschätzen und die eigene Stresskurve zu erkennen. Wir erarbeiten eine alltagstaugliche „Gebrauchsanweisung für mich selbst“ und beschäftigen uns mit Selbstwertstärkung und liebevollem Selbstgespräch. Im Workshop konzentrieren wir uns auf verbale Autist:innen ab 8 Jahren.

Workshop 5:

Harald Matoni: „Sexualität im Autismus-Spektrum klar und sensibel begleiten“

Im Workshop werden mögliche „Besonderheiten“ der Sexualität autistischer Menschen in Form einer Auswahl von Beispielen sowie Aussagen Betroffener, Bezugspersonen und Fachleuten zu den Themen Aufklärung, Wahrnehmung, Pubertät, Freundschaft, Partnerschaft und Sexualität vorgestellt. Im Anschluss können die „Besonderheiten“ in Kombination mit theoretischen und praktischen Inputs (u.a. Literatur- und Materialbeispielen) besprochen werden.

Workshop 6:

Katharina Pachernegg: „Den Blick erweitern – Mädchen und Frauen im Autismus-Spektrum“
Mädchen und Frauen im Autismus-Spektrum zeigen mitunter Symptome und Verhaltensweisen, die nicht als „typisch“ angesehen werden und somit im diagnostischen Prozess möglicherweise übersehen oder nicht richtig eingeordnet werden. Auch eine gelungene Intervention muss die individuellen Ressourcen und strukturellen Lebensrealitäten der Betroffenen berücksichtigen. Anhand von praktischen Beispielen soll einerseits der Blick erweitert werden um Verhaltensweisen, die häufig von Mädchen und Frauen im Autismus-Spektrum gezeigt werden, zu erkennen. Andererseits soll eine Sensibilisierung für besondere Aspekte in der Intervention erfolgen, um die Versorgungssituation von Frauen und Mädchen zu verbessern.

Workshop 7:

Elvira Muchitsch: „Alltagsgestaltung – ein Weg in die Selbständigkeit: Erfahrungen und Wissen aus der Lebensbegleitung von Menschen mit ASS“
Der Workshop soll einen Einblick in die Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen im Autismus Spektrum in der Bewältigung des Alltags geben. Im Alltag ergeben sich oft viele herausfordernde Situationen, die sich durch spezifische Unterstützungsmaßnahmen besser bewältigen lassen. Der Workshop lädt dazu aktuelle Fragestellungen praxisnah zu diskutieren und sowohl theoretische als auch praktische Inputs zu geben.

Workshop 8:

Wolfgang Kaschnitz: „Wenn Symptome sich überschneiden – ASS und ADHS im Fokus“
Inhaltliche Beschreibung: In diesem Workshop wird vermittelt, wie sich ASS und ADHS unterscheiden und in welchen Bereichen Gemeinsamkeiten bestehen. Anhand praxisnaher Beispiele werden typische Symptome eingeordnet und Zusammenhänge verständlich gemacht. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, die diagnostische Klarheit schaffen und eine individuell angepasste Unterstützung im Alltag ermöglichen.

ONLINE WORKSHOPS

(hier kann sein, dass noch weitere Workshops Hybrid angeboten werden können, wenn dies der Fall ist, geben wir allen Online Teilnehmenden Bescheid)

 

Workshop 1 (hybrid):

Klaus Kokemoor: „Entwicklungsbegleitung autistischer Kinder in Krippe und Kindergarten“
Inhaltliche Beschreibung: Es handelt sich hierbei um einen Ansatz, der eine echte Begegnung mit dem autistischen Kind ermöglicht und ihm so Entwicklungschancen zur Verfügung stellt, die es sonst in dieser besonderen Qualität nicht erreichen. Der Workshop zeigt anhand von Videobeispielen aus dem pädagogischen Alltag anschaulich und strukturiert, was unter Entwicklungsbegleitung zu verstehen ist. Er zeigt eine Einladung an das autistische Kind, die es ihm ermöglicht, wesentliche Bausteine der kindlichen Entwicklung nachreifen zu lassen und dem Kind so die Chance gibt, sich von Symptomen und Stereotypien zu lösen. Der Workshop richtet sich im Schwerpunkt an pädagogische Fachkräfte aus dem Elementarbereich und Eltern sowie Bezugspersonen deren Kinder in der Krippe oder im Kindergarten sind.

Workshop 2:

Sylvia Kaschnitz: „Zwänge und PDA im Autismus-Spektrum – Erkennen, verstehen, gezielt begleiten“

Inhaltliche Beschreibung: Der Workshop vermittelt ein Verständnis für zwanghafte Verhaltensweisen und Pathological Demand Avoidance (PDA) bei Menschen im Autismus-Spektrum. Anhand praxisnaher Beispiele werden typische Auslöser, Verhaltensmuster und individuelle Unterschiede beleuchtet. Ziel ist es, Strategien für eine einfühlsame und gezielte Begleitung zu entwickeln, die Überforderung reduziert und die Selbstbestimmung unterstützt.

Workshop 3:

Krista Steinbäcker-Vallant: „Wenn Stress zum Stillstand führt: Autistisches Burnout, Shutdown & Meltdown verstehen und begleiten“
Inhaltliche Beschreibung: Dieser Workshop vermittelt ein umfassendes Verständnis von Stressreaktionen bei Menschen im Autismus-Spektrum, die zu Überforderung, Stillstand oder intensiven emotionalen Ausbrüchen führen können. Anhand praxisnaher Beispiele werden typische Auslöser, Anzeichen und Reaktionsmuster erläutert. Ziel ist es, Strategien für eine einfühlsame Begleitung und präventive Unterstützung zu vermitteln, um Überlastung zu vermeiden und Resilienz zu stärken.

Workshop 4:

Claudia Kreiner: „Arbeiten im Spektrum: Stärken fördern, Barrieren meistern“
Inhaltliche Beschreibung: In diesem praxisorientierten Workshop werden typische Barrieren beleuchtet, die den Zugang zum Arbeitsmarkt und eine nachhaltige berufliche Teilhabe von Menschen im Spektrum erschweren können – von sensorischen Anforderungen über Kommunikationsdynamiken bis zu strukturellen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig werden Strategien vorgestellt, um individuelle Stärken gezielt zu fördern, Arbeitsprozesse zu erleichtern und Missverständnisse im Miteinander zu reduzieren. Ziel des Workshops ist es, Wissen zu vertiefen, Handlungssicherheit zu gewinnen und Impulse für ein Arbeitsumfeld zu geben, das Vielfalt anerkennt und langfristige berufliche Teilhabe ermöglicht.
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